Sempervivum

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Ceropegia haygarthii

erschienen in der Avonia 23 Heft 1/2005
Journal der Fachgesellschaft andere Sukkulenten
mit Ergänzung neuer Sämlinge am 07.03.2006

Ceropegia haygarthii cv. Clown

Bei einem Besuch der ega in Erfurt vor ca. neun Jahren wurde ich auf die faszinierenden leuchterförmigen Blüten verschiedener Ceropegien aufmerksam. Aus dieser interessanten Gattung, die zur Familie der Asclepiadaceae gehört, kannte ich vorher nur C. linearis ssp. woodii, aber dass es noch Leuchterblumen mit größeren und viel interessanteren Blüten gibt, war mir neu.

Einige Jahre später fand ich in einem Gartencenter eine schöne Pflanze von Ceropegia sandersonii. Ich stellte fest, dass sämtliche Wurzeln abgefault waren und nahm die Pflanze, die in einer sehr torfhaltigen Erde stand, mit nach Hause und setzte sie in das gleiche durchlässige Substrat, in dem auch meine Sempervivum gedeihen: jeweils ein Teil Lehm, Kompost, Perligran oder Perlite, Granit-Splitt sowie etwas Hornspäne.

Meine Pflanze bildete schnell neue Wurzeln und belohnt mich seitdem in regelmäßigen Schüben mit mehreren 5 x 6 cm großen Blüten.

Die Pflanzen stehen während des ganzen Jahres bei Zimmertemperatur in Tontöpfen auf Fensterbänken in Richtung SO und SW. Dies gewährleistet, dass die Wurzeln besser atmen können und vor allem der Topfballen viel schneller abtrocknet und nicht so schnell übergossen werden kann. Gedüngt wird in den Monaten April bis September alle sechs Wochen mit einem handelsüblichen Kakteendünger.

Ich stelle fest, dass die Hybriden nahezu das ganze Jahr über blühen. Alle Arten der Gattung, die vorwiegend in Afrika, Madagaskar und Indien beheimatet sind, legen im Winter eine Blühpause ein. Die Töpfe werden dann nur noch sehr sparsam gegossen.

Im Laufe der Zeit wuchs mir neben C. aristolochioides vor allem die C. haygarthii-Gruppe ans Herz. Heute gedeihen davon 11 verschiedene Typen sowie einige Sämlinge in meiner Sammlung.

C. haygarthii ist vor allem durch Ihre "Laternchen" sehr attraktiv anzusehen und dazu eine dankbare Zimmerpflanze: Die Zipfel der Blütenkrone sind in der Mitte zu einem aufrechten, dünnen Stiel (Stipellum) verwachsen, an der Spitze zu einem geflügelten Laternchen (Captiulum) erweitert und mit mehr oder weniger einfachen weißen Härchen besetzt. Von dieser Art sind verschiedene Klone in Kultur. Bei den bekanntesten Typen ist mir Ihre Herkunft nicht bekannt.

Ceropegia haygarthii Typ B Ceropegia haygarthii Typ A

Am kontrastreichsten ist eine Variante mit leuchtendgrünen Mündungsfächern und purpurrotem Capitulum (Typ A), welche die kleinsten Blüten (ca. 1,7 x 3,5 cm) besitzt (Bild o. rechts).

Ein weiterer sehr verbreiteter Typ (B) stammt aus einem Gartencenter in Erfurt (Bild o. links). Die bräunlichen Blüten mit grünlichem Schein sind mit ca. 1,8 x 4,5 bis 5 cm etwas größer.

Ceropegia haygarthii ex Makatini-Flachland 

Am blühfreudigsten ist eine Pflanze aus dem Makatini-Flachland in KwaZulu, Südafrika (Bild o. links). Schon im zeitigem Frühjahr findet man zahlreiche Knospenansätze, die an verschiedenen Augen der Sprosse zu mehreren an einem nach unten gebogenen Stängel gebildet werden. Die Blüte ist etwas schlanker und dunkler als beim Typ B. Die Flecken auf der Außenseite der aufrecht stehenden, trichterförmigen Blütenkrone sind etwas größer. Die Flimmerhaare an dem Capitulum fehlen nahezu ganz.

Ceropegia haygarthii haworthii Ceropegia haygarthii cv. Green Dragon

Die elegantesten und größten "Leuchten" besitzt der Klon, den ich als "haworthii" erhielt (Bild o. links). Die 5 - 5,5 cm, im unteren Drittel eher schlanken Blüten haben einen Durchmesser von bis zu 2 cm. Auch diese Form ist sehr blühfreudig. (Einen Größenvergleich der Blüten von C. haygarthii finden Sie auf der Seite "Wuchsformen".

Rechter Hand sehen Sie einen neuen Sämling von C. haygarthii Typ A mit hübschen Blüten deren Mündungsfächer leuchtend grün erstrahlen. Sie sind wesentlich großblumiger als die der Mutterpflanze. Auffallend ist auch das bourdeuxrote Stipellum mit einem etwas weiter geöffnetem Capitulum. Dieser Pflanze gaben wir den Namen cv. Green Dragon. Die Abbildung eines weiteren interessanten Sämlings finden Sie zu Textbeginn. Diese Auslese erhielt den Namen cv. Clown. Die Blüten besitzen olivgrüne Mündungsfächer mit einem ungewöhnlich großem "Laternchen".

Bei C. distincta fehlt das säulchenförmige Stipellum. Das mehr oder weniger laternenähnliche Gebilde ist mit den Kronblättern direkt zusammengewachsen.

Bei der Lokalform, die als C. distincta aus Zimbabwe in Kultur ist (Bild u. rechts) dürfte es sich um eine Hybride mit C. haygarthii handeln. Die Pflanze öffnet breitere rosabräunliche, im oberen Teil jadegrün gefärbte Blüten mit vielen kleineren Flecken auf der Außenseite der Blütenblätter.

Ceropegia distincta ex MSELENI Ceropegia distincta ex ZIMBABWE

Die Form aus Mseleni, Kwazulu in Südafrika (Bild o. links) ist sehr fragwürdig - vermutlich eine Hybride mit C. verruculosa. Die 1,9 x 4 cm große Blüte besonders schlank, da hier die Blütenblattspitzen weit nach oben gezogen und im oberen Drittel zusammengeführt sind.

Weitere Verwandte sind C. brevirostris, C. lugardiae, C. somalensis, C. volubilis und C. zambesiaca, über deren taxonomische Behandlung seit Jahrzehnten große Uneinigkeit besteht. Letztere wurde erst vor kurzem beschrieben.

Viele dieser Kulturformen finden Sie meist ganzjährig in unserem Shop.

© 2006 Erwin Geiger